Donnerstag, 19. Dezember 2013

OKINAWA- 沖縄 - ☺

Soooo!

Und ja, dann war es auf einem Mal schon der 23.11 und wir brachten unsere Koffer zur Schule...
Danach trafen wir uns noch mal alle zusammen in der Turnhalle und dann...einen Tag später...
ging es los, nach 沖縄 (Okinawa) !


Oyuka schlief von Samstag zu Sonntag bei mir und so fuhren wir am Sonntag früh gemeinsam mit dem Zug zum Flughafen. Das war besonders stressfrei, weil unser Koffer ja schon weg waren und wir nur noch uns und unser Handgepäck hatten- Sorgenfrei!

Dort trafen wir dann unsere Klasse und den Rest der gesamten 550 Schüler und Lehrer, (hahahaha, hört sich das fett an, oder fett an? :D).
Mein gesamter Jahrgang flog nach Okinawa und mein Jahrgang besteht aus 13 Klassen die alle ungefähr 35-40 Schüler haben... und dann kommen noch die Lehrkräfte hinzu.. ja und dann sind wir mal locker 550 Personen!

Und dann ging es ab in die Luft- für manche meiner Mitschüler das erste Mal, was wirklich süß und spannend zu gleich war-
Die Japaner gingen total emotional an den Flug ran und als wir abhoben, schrien ganz viele und als wir dann wirklich flogen fingen die ersten schon an zu klatschen- 
Das ist wirklich zum Knuddeln gewesen ;D
(Besonders weil ich und Oyuka mitten zwischen den ganzen schreienden Japanern saßen und uns nur verwirrt anguckten und dann zuzwinkerten und einfach in uns hineingrinsten :D)
Und dann, kaum 20 Minuten in der Luft, hatte man das Gefühl da wurde gerade eine Durchsage gemacht, die nur japanische Ohren verstanden haben-
Praktisch jeder Japaner zog nun einen Beutel voller Süßigkeiten heraus und fing munter und fröhlich an Süßigkeiten und Chips und alles drum und dran zu Essen- es wurde natürlich alles fett miteinander geteilt und jeder aß bei jedem mit.
Ist ja nicht so, dass ich sowas wie Süßigkeiten teilen nicht kennen würde, aber in so´ner Dimension, also so viel und jeder gibt was rum- hahaha, das war schon wieder so japanisch. Ein Glück hatte ich auch was in meinem Rucksack - und sogar deutsche Süßigkeiten, aus dem süßen Carepaket meiner Momma- und so verliebten sich die Japaner komplett in Haribo, Salzstangen und Toffifee.


Unsere Reisleitung, kawaaai♥
Nach der Landung wurden wir in Busse eingeteilt (Klassenweise) und jeder Bus hatte eine Reiseleitung, die anfing über Okinawa zu erzählen und auch die gesamten 4 Tage für uns zur Verfügung stand- uns alles über die kleine süße Insel erzählte und Fragen beantwortete.

Das Eingangstor zum Park des Shurijô Schlosses
Zuerst ging es dann zum Shurijô Schloss und dem Park.
Es wurde ungefähr -so genau weiß das irgendwie keiner- im 14 Jahrhundert konstruiert. In 1406 wurde es der Königssitz für König Sho Hashi.
Das Shurijô Schloss

Okinawa war früher unabhängig von Japan ein eigener Staat und hatte deswegen auch seine eigene Sprache (Jetzt ist die Okinawa Sprache fast ausgestorben, nur noch die ganz alte Bevölkerung spricht sie noch untereinander, der Rest redet nun auch Japanisch..)

Ungefähr im 12 Jahrhundert war Okinawa in viele kleine Königreiche eingeteilt- Und im 14 Jahrhundert kristillisierten sich dann 3 starke Königreiche hervor, die zusammen regierten. (Hokuzan, Chuzan und Nanzan (zusammen wurde das Reich Sanzan [3 Berge] genannt)

1429 vereinigte der König Sho Hashi ( König vom Nanzan) die drei Königreiche und erschuf somit das Ryukyu Königreich. (Nach der Vereinigung wurde das Ryukyu- Königreich ziemlich stark - wirtschaftlich, es wurde sozuagen das Zentrum des Handelverkehrs zwischen China, Japan und den Südostasien)

Der König des Ryukyu- Königreich lebte in dem Shuri Schloss und es war das größte und längste Schloss von allen Schlössern, die es in dem Königreich gab.
Somit war es die Pracht des Ryukyu Königreichs und hat extrem viele chinesische und auch asiatische Charakterzüge in seinem Bauwerk.(wegen dem Handelverkehr mischten sich auch die Kulturen- ganz klar :))





Anfang des 16 Jahrhunderts wollte der japanische König Satsuma-han allein und ohne Umweg über das Ryukyu-Königreich mit China handeln und deswegen startete Satsuma-han 1609 einen Krieg gegen das Ryukyu Königreich, den Japan in weniger als drei Monaten gewann (Klar- das RK-Königreich ist ja auch viel kleiner als Japan- d.h. weniger Kämpfer, weniger Möglichkeiten, auch wenn RK unterstützen von China hatte..).

Trotzdem war das Ryukyu- Königreich noch unabhängig, wenn es auch unter der Kontrolle des japanischen Königs stand (während der gesamten Edo-Periode (1603-1867)).
Das Ryukyu- Königreich endete, nach 450 Jahren, mit dem Beginn der Meijii-Periode (1868-1912) weil die neue Regierung Japans nun das Ryukyu- Königreich (wie den Rest von Japan auch) in das Prefekturenschema einteilte.

Und so wurde das Ryukyu-Königreich und die kleinen Inseln die um die Okinawahauptinsel herum liegen 1897 zur Okinawa-Prefektur und somit ein Teil Japans.

Heute heißt die Hauptstadt Okinawa´s Naha und es ist auch noch immer am selben Ort wie die damalige Hauptstadt Shuri (in Shuri stand auch das Shurijo Schloss).
In der Schlacht um Okinawa, in 1945 (das war das Hauptthema unserer Klassenfahrt), brannte das Schloss völlig nieder und nichts außer Asche blieb übrig...
der Originalkeller- das Einzige Originale, was es heute zu sehen gibt
-Danach stand dort wo das Shurijo Schloss einmal war eine Universität, die dann 1980 ihre Location änderte-
Ab da begann dann eine riesige und aufwendige Rekonstruktion des Shurijo Schlosses und seit 2000 ist es offiziell in der Liste der Weltkulturerben aufgenommen.

So, und jetzt ein paar Bilder, nach der kurzen Geschichtsstunde by Anne-sensei :D


Eingangstor zum Shurijô Schloss
von innen...
Meine Mädels vor dem Shurijô Schloss:
Maja, Komi, Haruna, Rika, Oyuka, Oka, Kanako, Mami und ich♥
Danach ging es weiter zu einer alten Höhle, die von der japanischen Armee 1945 gebaut wurde.
Dafür.. geht´s jetzt erstmal weiter mit der Geschichtsstunde, sonst kann man das alles nicht so gut nachvollziehen ;D
Die Schlacht um Okinawa (die einzige Schlacht im 2 WK die auf japanischen Boden stattfand) begann Ende März und endete 3 Monate später am 23. Juni 1945.

Die amerikanische Armee wollte Japan einnehmen und diesen Plan wollten sie umsetzen, in dem sie zuerst Okinawa einnehmen und es dann als Schild und militärischen Stützpunkt für ihr Hauptziel, Japan, zu benutzen.

Die Hälfte alle Japaner, die starben, (insgesamt 180000 Japaner) war die normale Bevölkerung, Zivilisten.
Die Amerikaner landeten am 1. April im Norden Okinawas und kämpften sich dann in den Südwesten bis zur Hauptstadt Shuri vor, die sie Ende Mai schon eingenommen hatten.

(In Shuri war der japanische Stützpunkt der Armee, der dann in den Süden flohen)
Zum Ende des Krieges, im Juni hatte die amerikanische Armee schon 2/3 von Okinawa eingenommen.

Im Süden Okinawas gab es natürliche Höhlen unter der Erde, sogenannte GAMAS, die die Bevölkerung als Unterschlupf und Zuflucht nutzten.

Als nun die japanische Armee in den Süden flohen, nutzten auch sie die Höhlen als Schutz und so wurden die Höhlen zur Zielscheibe der amerikanischen Armee- als Resultat starben noch mehr zivile Menschen...

und nebenbei beschützte die japanische Armee die Bevölkerung nicht wirklich- sie verjagten sie sogar extrem oft aus den Höhlen um sie für sich selber zu nutzen.

Und wir besuchten also eine künstlich gebaute Höhle, in die die hohen Kommandeure der japanische Armee floh. (Das wurde dann der neue "Stützpunkt")




Aus dieser Höhle sendete der Kommandant Minoru Ota am 6.Juni ein Abschiedstelegramm an die administrale japanische Armee.

Danach began er und seine sechs Offiziere am 13.Juni Selbstmord, in dem sie sich erschossen während die amerikanische Armee die Höhle beschossen.

In dem Telegramm beschrieb er wie die gesamte Bevölkerung Okinawas gekämpft und wieviel sie verloren haben.

Der wohl berühmteste Satz dieses Telegrams ist:

"This is how the Okinawan people have fought the war, and for this reason, I ask you to give the Okinawan people special consideration from this day forward." 

Jeder, der das Telegramm mal in ganz (englisch) lesen mag- schreibt mir, es ist wirklich lesenswert!!

Und nach dem starken Tobak ging es dann abends endlich ins Hotel- dort bekamen wir unsere Koffer und bezogen unser Zimmer.
Oka (mein liebstes aller japanischen Girlies♥) und ich-
auf´m Weg ins Hotel
Und, ohne Scheiß, das  Hotel war einfach mal mega geil.
Da hat uns unsere Schule richtig was gegönnt ♥ -
direkt am Meer und mit Balkon und allem PiPaPo! *-*
fett, oder was?
Der Raum, ey!- und ja, alles Hachioji´er :)
Wir konnten leider nicht lange staunen oder gar runter zum Meer, denn es ging weiter zum Abendbrot und zu einem Vortrag von einer Frau, dessen Mutter den Okinawa Krieg überlebt hat und ihr alles ganz genau berichtet hat- und sie berichtet jetzt davon, sozusagen Zeitzeugen durch Kinder.

Jaa.. und das war der erste Tag.. :D 
Ich glaube soviel unternehmen wir auf deutschen Klassenfahrten in 3 Tagen, hier war es nur ein halber Tag :D
 Unfassbar!- Ich liebe es!



Am Montag ging es zum Okinawa Friedens- Gedenkstätte (??? --> Okinawa Prefectural Peace Memorial Museum).
Der Ort,
wo am 23 Juni ´45 der Krieg sein Ende fand-
heute ein kleiner Gedenkstein als Brunnen und dahinter die Gedenksteine
(+ Oyuka und Mise-sensei)
Die Heiwa-no-Ishiji (Stiftung für Frieden)-Gedenkstätte liegt in Mabuni (in der südlichsten Prefektur Okinawas) und wurde 1995 fertiggestellt.(auch wenn fast jedes Jahr noch neue Namen dazu kommen)


In der Gedenkstätte sind über 100 Steine, in denen die Namen alle Opfer der Schlacht um Okinawa eingraviert sind-
egal ob Soldaten amerikanischer oder japanischer Seite, Zivilisten oder Kinder-
egal ob an Selbstmord, Hungertod, Malaria oder durch Munition getötet,
alle Opfer sind in diese Steine verewigt.

Die Steine sind in Wellenformen und sollen "ewige Wellen des Friedens" (Everlasting waves of peace) darstellen.

Die Symbolik hat mich total berührt, denn sie bringt so viele Sichtweisen mit sich.

Erstens mal liegt die Gedenkstätte direkt am Meer, und im Meer sind Wellen.
Und die Wellen sind mit der gesamten Welt verbunden, durch die Meere...
-in den Meeren gibt es keine Mauern, keine Grenzen, Wellen gelangen überall hin-

Und so gehen die Wellen des Friedens von Mabuni, dort wo die grausame Schlacht von Okinawa ihr blutiges Ende fand, in die Welt, die Wellen des Friedens werden durch die Meere und Ozeane zu allen Ländern und Völkern dieser Welt gebracht.

Und dann auch die Sicht, die mir beim anschließenden Besuch des Museums kam.

- Dort erzählte ein Zeitzeuge, dass man damals das Meer nicht richtig sehen konnte, weil es mit den Schiffen der amerikanischen Armee voll war, und wenn es dann mal ein Stück Meer gab, was nicht beschlagnahmt war, war das Meer verschmiert rostig und rot- durch all das Blut, was vergossen wurde und all die Opfer, die fielen...
Heute ist das Meer in Okinawa eine reine Pracht, blau und glasklar, wie im Traum.
Die Wellen also, die in die Welt herausströmen und die Friedensnachricht verkünden sind jetzt blau und klar- rein und schön ohne Blut- alleine das sollte uns eine Mahnung sein- zumindestens mir ist es das...

Ich musste nie rotblutes Meereswasser sehen, nie die Qualen oder Schrecken eines Krieges miterleben, ich durfte dieses wunderschöne Meer in Okinawa in dem Blau erstrahlen sehen

- Dafür bin ich fett dankbar! ♥


Das komische, aber passende war an diesem Tag, dass es der einzige Tag war, an dem es geregnet hat und wo es nass-kalt war. Und ich finde, dass war perfekt, denn Sonnenschein hätte zu diesem Thema und dem, was wir gesehen haben, auf keinen Fall gepasst. 

Wir besuchten dann das Himeyuri Friedens Museum.

In dem Museum geht es um die Schülerinnen der Mädchenschule Himeyuri und den Mädchen der normalen "Okinawa" Schule im gleichen Ort.

Im Dezember 1944, als die japanische Armee wusste, dass die Amerikaner planen Okinawa zu besetzen, bildeten sie sogenannte Studentenkorps.
Das sind Verbände (nur aus Schülern bestehend), die für den Krieg ausgebildet wurden.

Und zwar in der Schulzeit.
So wurde den Mädchen ab Dezember 1944 neben den wichtigen Fächern wie Mathe und Japanisch beigebracht, wie sie verwundete Soldaten verpflegen.
Sie bekamen also eine Krankenschwesterausbildung. Erinnert ihr euch an den Film, von dem ich euch erzählt habe? Da hat die große Tochter ja auch so´ne Ausbildung bekommen...

Ende März, nur ein paar Tage bevor die Amerikaner auf Okinawa landeten wurden 222 Mädchen und 18 Lehrer in Haebura stationiert.
Haebura liegt ungefähr 3 km von Shuri (Südwesten Okinawas) entfernt.

Dort sorgten und verarzteten die Mädchen die stetig mehr werdenden sterbenden Soldaten, begruben die Toten, brachten Wasser und Essen für die Patienten und die Lazarettmitarbeiter.(und das so heftig & durchgehend, dass sie keine Zeit zum Schlafen hatten...) 

Im Mai 1945 flohen die Mädchen (wie die japanische Armee auch) in den Süden Okinawas.

Als die japanische Armee wusste, dass sie die Schlacht verlieren würden, ließen sie das Lazarett auflösen und lieferten die Mädchen den Amerikanern aus.
Die Mädchen wurden am 18 Juni 1945 auf das blutige Schlachtfeld geschickt.

Dort starben die meisten Mädchen (mehr als 100)- in den letzten Tagen des Krieges.


In dem Himeyuri Museum ist jedes Mädchen und jeder Lehrer die in dem Studentenverband waren in großen Fotos an den Wänden zu sehen-
Das ist schon ziemlich bewegend, wenn man die teilweise privaten Bilder der Mädchen und ihr Lächeln sieht und sich dann vorstellt, was diese glücklichen, strahlenden Augen alles ansehen und erleben mussten...

In der Ausstellung kann man auch die damaligen Instrumente und Fläschchen sehen, die die Mädchen benutzten- und es wurden auch viele Bücher, Füller und Schreibutensilien gefunden.

Das finde ich wieder so traurig- die Mädchen dachten, sie hätten vielleicht Zeit um ein bisschen zu lernen oder vielleicht Tagebuch oder Briefe zu schreiben- und nahmen deswegen ihre privaten Bücher mit, als sie im März nach Haebura geschickt wurden.
Es ist unfassbar, solche unschuldigen Mädchen mussten so viel Leid sehen und wurden schlussendlich sogar aufs Schlachtfeld geschickt. 
Gänsehaut pur.

Der Erinnerungsstein im Himeyuri Museum
Nach dem Mittag ging es dann weiter zu einem waschechten Zeitzeugen aus der Kriegszeit.

Er war damals ungefähr 4 Jahre alt und meinte, er könne sich noch daran erinnern, dass der Himmel so erhellt war durch Scheinwerfer, dass er keine Sterne sehen konnte.
Herr Teruya hat uns in eine erhaltene Gama geführt, wo sich in der Kriegszeit Zivilisten versteckt haben.
Die Höhle wurde kein bisschen verändert- Das heißt, dort liegen neben einem festgetrampelten Weg alte Glasflaschen und alte Jacken, die schon halb zerfallen sind herum, zwischen Steinbrocken, die wahrscheinlich mal von der Decke gefallen sind, als die Höhle beschossen wurde.

Die Höhle war ursprünglich naturellem Ursprung (= eine Gama), wurde aber vergrößert.

Wir mussten spezielle Gartenhandschuhe anziehen und unsere Taschenlampen mitnehmen (die Höhle wurde wirklich nicht verändert- keine Scheinwerfer oder Licht oder so!) und in der Höhle erzählte er dann von Erlebnissen, aber mehr von Erlebnissen seiner Eltern und Überlebender, die er nach dem Krieg traf- und von seiner Gefangenzeit.

Leider habe ich davon fast nichts verstanden, ich konnte nur manche Sachen nachvollziehen oder mir selbst zusammenreimen, wenn ich mal ein Wort zwischendurch verstanden habe- Ich kann euch also keine mitreissende Geschichte erzählen...

Nach seinen Erzählungen trennte er uns dann in zwei Gruppen
und dann mussten wir in die hinterste Ecke der Höhle krauchen- das war wie eine kleine Eineengung im hintersten Teil der Höhle.

Dort angekommen mussten wir uns dann dicht an dicht hinhocken und dann kam auf einmal der Befehl, wir sollen jetzt alle unsere Taschenlampen ausmachen.
So verharrten wir dann für 5 Minuten, bis endlich seine befreiende Stimme erklang, die uns erlaubte, dass wir die Lampen wieder anmachen können.

Ihr könnt euch das nicht vorstellen- Jetzt, wo ich das hier in dem Blog schreibe habe ich wieder eine Gänsehaut über meinen gesamten Körper. Man kann das nicht beschreiben- dort eingeengt im Dunkeln zu sitzen und nur den Atem der Anderen hören zu können- und ich wusste, wer um mich herum saß, ich kenne diese Menschen, ich vertraue ihnen und ich wusste, dass mir nichts passieren würde.

- und trotzdem bekam ich einen Heidenschreck als in mitten der fünf Minuten Dunkelheit auf einem Mal ein Tropfen Wasser von der Höhlendecke auf meinen Kopf knallte-

...nur ein kleiner Tropfen Wasser, aber in dem Moment war ich geschockt, als hätte mich gerade jemand erschossen.

Als wir aus der Höhle heraus waren, kam mir der Gedanke wie das alles gewesen sein muss, wenn ein Panzer einem Meter über dir über die Erde rollt, du laute Knalle von Gewehren oder Bomben hörst und neben dir Leute aus Verzweiflung weinen-

Wenn du Angst hast, dass du wirklich sterben könntest in der nächsten Minute- es könnte ein Brocken von oben sein, eine Bombe, ein Offizier- oder jemand neben dir bricht zusammen. 


Ich kann es nur noch Einmal sagen- 
Ich bin so dankbar, dass ich das alles nie erleben musste und bete dafür,
 dass ich es auch nie muss.

Zum Abschluss lehrte uns Herr Teruya den Spruche "Nuchi du Takara", das heißt soviel wie "Das Leben ist ein Schatz."
Ich denke das ist aussagekräftig genug- und so Etwas von jemanden gelehrt zu bekommen, der Tränen in den Augen hat, wenn er von der Schlacht um Okinawa redet, ich glaube ihr könnt euch vorstellen, wie das ist.





Unser letzter Stopp war an diesem Tag in der "Okinawa Welt".
- diesmal stand nicht die Schlacht um Okinawa im Mittelpunkt, und das war auch wirklich gut so- denn wir mussten auch so alle daran denken.



In der Okinawa Welt gingen wir durch eine Tropfsteinhöhle-
die über einen Kilometer lang war!!! Unfassbar, mega, oder? *-*
Ich habe mir mein Glück (Liebesglück) vorraussagen lassen.
Dafür ziehst du einen Zettel aus einer Box, da steht dann wie dein Liebesglück aussieht
und dann faltet man den Zettel und hängt den an eine Leine-
ja, und dann wird das wahr!
Dann trank ich das erste Mal in meinem Leben einen Zuckerrohrsaft  さとうきびジュース (Satoukibijuusu) getrunken und dann haben wir ein echtes EISAA in Okinawa erlebt!

(Erinnert euch, im September habe ich ein Eisaa in Machida gesehen)


die süße Oto versucht auf der okinawanischen (Eisaa-) Sanshin zu spielen ♥
Das Eisaa- Fest hat seinen Ursprung hier in Okinawa und ist eine alte Tradition hier.
Und dieses Eisaa war auch besser als das in Machida, aber na klar, wenn die richtigen Okinawa Einwohner das machen, muss es ja perfekt sein! :D ♥
Die Okinawa Welt-
und vor allem die Okinawa Löwen im Hintergrund!
Die sind in Okinawa überall an Häusern zu finden, auf Eingangspfosten, Dächern oder eben neben der Tür.
Sie sollen vor schlechtem Charma schützen-
Der rechte Löwe hat seinen Mund offen und seine Zunge rausgestreckt, der linke hat seinen Mund geschlossen.
Nach dem Eisaa ging es dann total erschöpft- mit schlaaaafen im Bus- zurück ins Hotel.
Und dann hatten wir bis um 22 Uhr Freizeit (ja, ganze drei Stunden, fett, oder?! :D)
Wir konnten sogar noch für 10 Minuten runter ans Meer und unsere Beinen das wunderschöne Meer Okinawas zeigen-
Eriko und ich
Kochklubgirlie♥
Unsere Freizeit haben Oyuja und ich dann natürlich mit unserem großen Souleymane verbracht-

 Exchangi´s on touuuuuur! :D
Souleymane, Oyuka und ich
Senegal, Mongolei, Deutschland
LIEBE♥


Und dann war auch schon unser letzter kompletter Tag in Okinawa gekommen...
Meine Klasse! 2-9 !
Es war Dienstag und heute stand nur Spaß und Sonne und Lachen auf dem Plan!
Kaho, mein Abspasti-girlie♥
Es ging in das größte Aquarium Japan´s!

Ich lernte, wie Haie schwanger werden, was echt süß ist- da kann man sich gar nicht vorstellen, dass das so eiskalte Säugetiere sind, die einfach andere Fische wie kleine Nemo´s essen! :D
Hahahahahaha♥ 
jaja, das bin ich ;D

Wir sahen also wirklich ein paar schräge Meerestiere, die ich vorher so noch nie gesehen habe-
man lernt halt nie aus-
das erinnert mich an Herr Röhrricht, meinen Bio-Lehrer, der sagt immer " Mit dem was ihr nicht wisst könnte man ´ne ganze Bibliothek füllen!".
Nach dem Aquarium war dann der einzige Programmpunkt der gesamten Klassenfahrt, den wir nicht in Klassen aufgeteilt erlebten.
Ich war in der Kajak-Gruppe und es gab -glaube ich- noch eine Kochgruppe und eine Gruppe die am Strand Ketten bastelte und irgendwas mit Meerestieren und Pflanzen machte.

Wie sich herausstellte war es eine super Wahl die ich dort gemacht habe!
Ich kannte zwar wirklich gar keinen aus meiner Gruppe aber nach dem Tag habe ich viele neue Freunde gewonnen

Wir teilten uns also immer zu zweit ein Kajak und bekamen eine kleine Einleitung von einem sympathischen, ein bisschen pummeligen Okinawaner.

Dann ging es hinaus aufs Meer- natürlich war der nette Okinawaner auch dabei und ich sage euch, die Japaner sind ja wirklich unfassbar artig! ~...~

Das ist teilweise echt langweilig und beim Kajak fahren habe ich meine deutsche Klasse echt vermisst- da hätten wir wahrscheinlich nicht mal gewartet bis wir auf dem Meer sind, wir hätten uns garantiert schon vorher nass gespritzt.

Naja, ich dachte mir dann einfach mal: YOLO, jetzt zeigste denen mal ´nen bisschen deutsche Jugendkultur!

YEEEAH,
es war so geiles Wetter, dass wir Sonnencreme brauchten beim Kajak fahren

Und dann spritzte ich das nächste Kajak, dass uns rammte einfach mal mit Wasser an-
Und die beiden Jungs in dem Boot, Mikel und Bochan, reagierten wie Mädels! :D

Hahaha, unglaublich, wirklich, Mikel schrie kurz auf und hielt sich dann die Hände vor die Haare und Bochan reagierte zuerst auch so- oder eher geschockt.
Mikel-
der so cool aussieht
und so viel Angst vor Wasser (zumindestens in seinen Haaren) hat :D
Und als er sah, dass ich total darüber lachen musste grinste er frech und dann begann die Wasserschlacht!
Yeaah!

Nach und nach machten dann alle mit, und siehe da, die Japaner sahen glücklich und wie Teenager aus! :D
Babo-chan, Oyuka, ich und Bo-chan
hahahahahaha, cool guys!
Als wir dann zurück am Strand waren, waren alle pitsch nass und machten sich einfach gar nichts mehr daraus, sondern rannten nachdem die Kajaks wieder ordentlich abgestellt wurden ins Wasser und dann ging es munter weiter mit der Wasserschlacht.
Na, geht doch!

Der absolut süße Okinawaner -
Den hätte ich auch gerne als Onkel! :D
Irgendwann Pfiff uns dann der nette Okinawaner aus dem Wasser und gab mir nachdem er mich fett grinsend "ausgeschimpft" hat einen freundschaftlichen kleinen Klaps auf den Hinterkopf- :D

Hahahahaha, die Japaner fanden das total witzig- sie hatten ja auch verstanden, was der Okinawaner gesagt hatte- ich nicht, aber lachen konnte ich darüber trotzdem.


Danach sammelten wir mit den ein paar Frauen dann Muscheln und Steine und bastelten uns eine Kette- als Erinnerung- und ich hatte ein schönes Gespräch mit der einen Frau, die uns zeigte, wie wir die Löcher in die Muscheln hauen sollen.
Meine Boys- Die Jungs aus meiner Klasse :)
Ja, und dann ging es zurück ins Hotel und dort hatten wir dann noch Zeit für den Strand und den Abend über Freizeit.

Wir bekamen am Abschlussabend dann eine Freikarte für eines der Restaurants in dem Shoppingabteil des Hotels und durften zwischen Barbeuce, chinesisch oder japanisches Abendbrot wählen.
Wir, meine Mädels und ich, nahmen das chinesische Abendbrot :)
Oyuka, ein traditionell angezogener Japaner und meine Wenigkeit
Und dann feierten wir 4 Mädels in der letzten Nacht auf unserem kleinen Balkon den letzten Abend- mit japanischem Tee und Toffifee und Dango.
(Jajajaja, ich weiß, wir Deutschen verstehen unter "den letzten Abend feiern" normalerweise was anderes, aber das ist die japanische Art von feiern :D)

Am Mittwoch hatten wir dann nur noch einen halben Tag in Okinawa, weil unser Rückflug schon um kurz vor 16 Uhr war.
Aber auch dieser Tag war einfach mal besonders.

Wir wurden aufgeteilt- in 4er Gruppen und dann bekam jede Gruppe einen Taxifahrer!
Unser süßer Taxifahrer ♥
Wir hatten einen extrem süßen Okinawaner, der mit uns gemeinsam  okinawanische Musik hörte und die Fenster runterkurbelte und mitsang- Sowas cooles!

Er erzählte uns ziemlich viel über Okinawa und seine Familie und brachte uns Danke in der traditionellem okinawanischen Sprache bei: "Nifää-debiru" - "にふぇーでーびる".
Meine 3 Herzmädels: Oyuka, Mami, Oka 
Wir fuhren zu dem schönsten Strand Okinawas und streiften dort das letzte Mal durch das wunderschöne klare Wasser und machten ein paar Foto´s.
Kann man nur zu VIERT machen- perfect♥
Danach ging es weiter zu der "American City".

Das hat wieder ein wenig Hintergrund...-->

Okinawa war dann, nach der Schlacht 1945 unter amerikanischer Hand- genauso wie der Rest Japans auch. (das kann man sich so vorstellen wie auch die Situation in Westdeutschland) 

1951 wurde dann in das San Fransisco Abkommen unterzeichnet und seitdem ist Japan wieder ein unabhängiger Staat.

Okinawa aber nicht- es war immernoch in den Händen Amerikas und wurde auch von Amerika regiert.


- Die Okinawaner fühlten sich im Stich gelassen und fingen an zu protestieren und 1972 gab es dann auch eine Übereinkunft zwischen Japan und Amerika und seitdem ist Okinawa, nach 27 Jahren unter amerikanischer Hand, wieder offiziell ein Teil Japans.

Trotzdem gibt es immernoch so´nen kleinen Hass zwischen den Japanern und den Okinawanern- auch wenn der ganz ganz klein ist- die Okinawaner sind immernoch enttäuscht von den "Japanern".

Und die Stützpunkte sind auch fast alle noch da- Ungefähr 75% aller amerikanischer Stützpunkte in Japan liegen in Okinawa... (ein Stützpunkt haben wir hier in meiner Prefektur- in Sagamihara, ich sehe jeden Tag den Stützpunkt vom Zug aus)

Und dieses amerikanische Stadt ist einfach eine große Shopping-stadt- also im Prinzip aufgebaut wie eine Stadt, auch mit riesigem Eingangstor und die Läden sind auch im Häuserstyle nebeneinandergereiht.
Trotzdem reines Shopping- mit Amerika-Touch

Und wir haben´s auch versucht, aus Spaß- Oyuka und ich, ob die Verkäufer denn wenigstens besser Englisch verstehen, wenn´s schon ´ne amerikanische Stadt ist, aber.. naja, Fehlanzeige! :D


Danach ging es noch zu einem okinawanischen Basar, der mich seeeeehr an die Türkei erinnert hat (♥♥♥) und dann ging es auch schon zum Flughafen und wieder "nach Hause"...
Bye,bye, Okinawa...
HOME, SWEET, HOME- wenn auch nicht ganz...


Ja, und das war´s- meine Klassenfahrt in 沖縄 ! 


Freitag, 6. Dezember 2013

Oh, November♥


Es ist mal an der Zeit, euch von meinen japanischen "Großeltern" zu erzählen!

Nicht meine richtigen Großeltern, also nicht der Opa von Yoshi und Hiro, sondern MEINE japanischen Großeltern, Jiro und Kumiko.


meine japanischen Großeltern♥

Ich habe hier in meinen ersten Monaten öfter mal einen älteren süßen Mann mit seinem kleinen Hund getroffen- 
Er war sozusagen der einzige Nachbar hier, der mich nicht anstarrte, als wäre ich ein Alien, sondern der immer wenn er mich sah freundlich lächelte und mich fragte, wie es mir denn so geht und wie mein Leben hier so läuft.
Irgendwann gab er mir dann auch seine Nummer und Adresse und meinte, ich solle mal Zuhause bei ihnen vorbeischauen- seine Frau würde mich auch gerne mal kennenlernen.

Also besuchte ich Mitte November meine süße Maggie(Maggie ist der kleine Hund von Jiro) 
Ich holte also einen kleinen Blumentopf für die beiden und ´ne Packung Knochen für meine Maggie (Das ist Japan- Die Japaner lieben es kleine Geschenke zu verteilen und bringen auch immer eine Kleinigkeit mit, wenn sie zu Besuch kommen, ich finde das voll schön♥) und suchte das Haus...
-->  gar nicht so einfach, denn hier gibt es keine Straßenschilder mit den Namen der Straßen.

Es dauerte also ersteinmal eine gefühlte Ewigkeit bis ich das Haus dann gefunden habe- mit Hilfe einer Nachbarin, die total nett zu mir war♥

Kumiko und.. Maggie.
Die darf natürlich auf keinem Bild fehlen :D
Ich wurde total herzlich von der kleinen Maggie und ihrem Frauchen, Kumiko, empfangen. 
Wir saßen lange zusammen streichelten Maggie, tranken Tee, sahen uns aaaalte Bilder von Jiro an -und ich hörte die Geschichten dazu- und ich erzählte auch von mir, Deutschland, meinem Leben und meiner Schule.
Jiro, Maggie und ich

Die beiden lebten früher einmal in China, reisten aber beruflich viel um die Welt und ihre Tochter lebt heute mit ihrem spanischen Mann in Spanien
- Die beiden lieben also Ausländer und fremde Länder und Kulturen.- Das merkt man auch daran, dass sie so viel zu erzählen haben und auch so viel erzählen wollen.

Ich fühlte mich mega wohl bei den Beiden und merkte auch gar nicht, wie schnell die Zeit verflog- 
Sie luden mich an dem Abend wieder ein, zum Abendbrot kochen und essen bei ihnen, und auch das war total schön- wir kochten zusammen chinesisch und erzählten wieder mega viel. 


yummy- Salat, Hähnchen und Fleisch/Reisbällchen in chinesischem Style!

Aaaah, ich liebe die beiden, das sind jetzt offiziell meine japanischen Großeltern


Wir haben ja hier an der Hachioji High School zweimal in der Woche Sport
Einmal Montags und einem Freitags (natürlich getrennt, Mädels und Jungs).
Montags haben wir Tanzen und Freitags normalen Sportunterricht.


Unsere gesamte Klasse- (zumindest die Mädels:))
Meine Tanzmädels♥


Wir hatten einen Tanz gewählt der thematisch zu "Peter Pan"  passen sollte und ich dachte, wir würden den Tanz einfach nur vor unserer Lehrerin vortanzen und sie würde uns dann Zensuren dafür geben- war aber so nicht der Fall! 

Am 6.11. war nämlich ein große Tanzcontest, mein erster Tanzcontest! 
Wir trafen uns in der Woche, vor dem Contest, immer schon um kurz vor 7 Uhr in der Schule, um die letzten Feinschliffe für den Tanz zu tätigen. :x (...das hieß für mich um 6 Uhr von Zuhause mit dem Zug losfahren...aaaaah, MÜDE!)


Wir Mädels mit guter Laune- auch wenn´s viel zu früh für gute Laune ist :D

Alle Mädels aus meinem Jahrgang (wir haben 13 Klassen in meinem Jahrgang!!) trafen sich am 6.11, Mittwoch, nach der Schule in der Turnhalle und dort gab es dann die riesen Challenge.






Die jeweilige Klasse wurde per Mirko von der Sportlehrerin angesagt und rannte dann in die Turnhalle- Jeder stellte sich auf seinen Platz und dann wurde der Tanz aufgeführt. 
Dann gab es Applaus, ein geschrienes ありがとうございました。"Arigatou gozaimashita", Dankeschön an alle, einen Pfiff und die Gruppe rannte zu der gegenüberliegenden Seite wieder raus. 
Während dessen rannte die neue Klasse in die Halle und positionierte sich.

Jeder hatte dann einen Zettel, wo er sich Stichpunkte machen konnte, was gut war an dem Tanz oder was schief gelaufen war- Und am Ende schrieb jeder die Nummer der Klasse auf, die er am Besten fand und gab dann den Zettel ab.
Neben all den Mädels aus meinem Jahrgang waren etliche Lehrer und Senpai (Schüler aus dem älterer Jahrgang) da, die mit bewerteten.


Ich war total aufgeregt- aber es hat mega Spaß gemacht !



Am Donnerstag, den 7.11., hatten alle Japaner aus meinem Jahrgang einen kleinen Test, der als Vortest für die Universität gesehen wird.

Oyuja und ich hatten also den ganzen Tag über Japanischunterricht
Oyuja und ich inspizieren den Kürbis, frisch aus dem Ofen genommen :D
und im Hintergrund unsere süße Okada-sensei♥

und Okada-sensei (cool, wie sie ist) ging mit uns einfach mal in den nächsten Supermarkt und dann kochten wir für uns drei und Souleymane und Tojo-sensei leeeckeres Mittag.


Hihi, Kooooochen ist einfach mega geil♥
Es gab Piroshki, Karottenkuchen und ´nen Hokkaido-Kürbis.
Piroshki ist typisch mongolisch (und typisch russisch) - Es ist eine Teigtasche, gefüllt mit Reis und Fleisch. (Und dann frittiert)

Den Hokkaidokürbis bereitete ich zu- natürlich nach Granny´s Rezept!
Dafür wird Hackfleisch und Käsesauce abwechselnd in den Kürbis gefüllt und dann wird er ab in den Ofen geschoben.
Der Kürbis *-*
Ja, und der Karottenkuchen war halt ein normaler Karottenkuchen, mit Karotten und Mehl und Zucker.
aaaarrr, das Wasser läuft mir immernoch im Mund zusammen! :p

Wir hatten beim Kochen natürlich mega viel Spaß und ich habe den Tag total genossen!
Oyuja♥
Wir drei beim Rumalbern nach dem Kochen :D

Und wo wir gerade schon beim Essen und Kochen sind, hier auch mal wieder ein paar Bilder vom Kochklub:
Mhhmmm, lecker Gratin gekocht :)


Yuka und ich :)

Mhhmm, ja, es gab natürlich zwischendurch auch immer mal wieder Erdbeben, another good vibration, wie Oyuja und ich es immer ganz liebevoll nennen. :D

Ich habe aber die meisten leider verpennt, weil sie Abends/ Nachts waren- ich hab dann immer nur mit halb offenem Auge mitbekommen wie eine total verwirrte Okaasan in mein Zimmer reinrannte, mich verschlafen "Daaaijôbu??" (Ist alles ok??) fragte und auf meinem verschlafenen "Hai! Okaasanmo?" (Ja, bei dir auch?) wieder aus meinem Zimmer trottete.


An einem Sonntag fand dann ein internationales Fest in Hachioji statt und wir hatten einen Tisch reserviert für unsere Schule.
Oyuja und ich brachten also deutsche und mongolische Bilder mit und stellten uns vor.
So sah das dann aus :)
Als besonderes Extra hatten wir geplant die Namen der Besucher in alter mongolischer und alter deutscher Schrift zu schreiben- und so verbrachten wir dann unseren Tag damit uns
ohne Punkt und Komma vorzustellen und dann den Namen des Besuchers zu schreiben.

Dafür habe ich extra zwei Tage vorher angefangen, das alte deutsche Alphabet (die Sütterlinschrift) zu lernen- Und es kam natürlich super gut an. ♥
(und nebenbei fand ich es auch einfach mal cool, die Schrift zu können ;D)


Ein total talentierter Maler, der mich einfach mal spontan als sein Objekt benutzt hat *-*
Hihi, fette Ehre- 
どうもありがとう♥
(Doumo arigatou- Dankeschön)
Als お疲れ様でした "Ostukare sama deshita"- Das haben wir gut gemacht! waren wir abends dann in Tsukushino beim Inder essen.
Eigentlich schon wieder mega lustig- ich bin in Japan das erste Mal indisch essen gegangen :D 

Mein Ausländerherz hat natürlich bei den Indern sofort ´nen Sprung gemacht, die waren so mega nett und halt indisch. Hihi. Einfach zum Knuddeln.



Okâsan, ich und Hiro bei dem Inder-
Leute, das Brot, das schmeckt einfach... BOMBE♥
Am 17.11. haben wir unseren Souleymane (der Austauschschüler aus Senegal, der das Basketballprogramm macht) 


bei seinem Basketballspiel angefeuert- und natürlich haben sie haushoch gewonnen, wie die echten Profi´s! 
Kann man schon stolz sein, auf unsere Jungs! :)
Jetzt ist unser Basketball-Schulteam die No°1 Tokyo´s !

61:91 haben unsere Jungs gewonnen... FETT!!!
八王子 sind die Kanji´s für Hachiôji :)

Ansonsten war natürlich normaler Schulalltag, den ganzen November über-
Aber ein wenig besonders war es schon- Denn ich büffelte mega für japanisch- 
Am 1.12. war nämlich ein großer Japanischtest, an der Universität in Takao. Es war der N5- Sprachentest und es ist schon ziemlich abgefahren diesen Test nach nur 3 Monaten in Japan -und somit nach nur drei Monaten Lernen der Sprache - zu schreiben.


Fred, Oyuja, ich und Dorian in Harajuku
(Fred´s Jacke ist die Rote, Oyuka´s schwarzen Haare, meine lila Jacke+ blonde Haare und neben mir Dorian, mit der blauen Jacke :D

Harajuku, TOKYO, Shibuya´s Shoppingmeiji :D

Wie friedlich auch die Großstadt aussehen kann♥
SHIBUYA

CRAZY JAPAN!!! :D ♥


Hiro´s 19 Geburtstag am 14.11 :)


Und gaaaaaaaaaanz neben dem Lernen lag eine mega Vorfreude in der Luft- denn Ende November ging es für 4 Tage auf Klassenfahrt  - nach Okinawa!

Als Vorbereitung dafür sahen wir in der Schule (wir waren in der Aula, die eigentlich wie ein großer Kinosaal aussieht :D) den Film Satoukibibatake ( さとうきび畑), was übersetzt Zuckerrohrfeld bedeutet. 

Der Film ist wirklich unfassbar gut und ich er ist es wert, ihn hier mal kurz zu beschreiben.

Es ging um Okinawa und den Krieg, der 1945 dort zwischen Japan und Amerika ausbrach.

Es handelt von einem Mann, der eine glückliche Familie hat- Er hat eine Frau, die er liebt und 5 Kinder.
Sein ältester Sohn hat eine Frau gefunden die er heiraten möchte, seine älteste Tochter und der ungefähr gleichalte 16-jährige Sohn und die beiden kleinen Kinder (ungefähr 5 oder 6 Jahre alt) leben ein normales Schulleben.

Der Vater ist Fotograf und man sieht etliche Szenen, in denen seine humorvolle und liebenswerte Art gezeigt wird- So veräppelt er zum Beispiel seinen ältesten Sohn, als der seinem Vater erzählt, dass er seine Freundin heiraten will- Er tut so als wäre er total dagegen, doch dann fängt er an zu lachen und sagt, dass er sich total freut.

Dann sieht man die Hochzeit und während der Feier bekommt der Vater ein offizielles Schreiben, dass sein ältester Sohn in den Krieg ziehen muss.
In der nächsten Szene wird der frischvermählte Mann von seiner Frau getrennt und zieht in den Krieg.
Es gab dann einen Zeitsprung, man sieht wie sich alle durch das Leben quälen und die gesamte Familie mittlerer Weile schon für den Krieg arbeiten muss- Waffen herstellen, etc.. 
Die älteste Tochter hat durch die Schule eine Notausbildung zur Krankenschwester inzwischen fast fertig und die Ehefrau des ältesten Sohnes arbeitet als Grundschullehrerin. Die Frau des Fotografen ist erneut schwanger und der Fotograf ist vor Freude gar nicht zu bremsen- Er kann nicht glauben, dass er noch einmal Vater werden darf...

Dann kommt ein Brief vom ältesten Sohn an, er schreibt, dass es ihm gut gehe, doch in Wahrheit sieht man einen Sprung zu den Soldaten- und wie sehr sie sich abrackern und wie oft sie bombardiert werden.


Der zweitälteste Sohn erklärt seiner Familie, dass er auch in den Krieg ziehen werde, von sich aus- diese Einstellung hatten damals sehr viele- den Ehrentod für sein Land zu sterben (und man kann das den gesamten Film über verfolgen, nicht nur in der Szene)
Also geht der zweitälteste Sohn auch in den Krieg. 
Kurz darauf kommen Soldaten um zu verkünden, dass der älteste Sohn gestorben ist. 
Als die Ehefrau von ihm das erfährt ist sie gerade in der Schule- Sie bekommt das kleine Tagebuch mit dem Bild von der Hochzeit der beiden und dem Durchschussloch der tödlichen Kugel in die Hand gedrückt. 
Daraufhin geht sie zurück in die Klasse und versucht den Kindern zu erklären, wie schrecklich Krieg ist und dass die Einstellung, den Ehrentod haben zu wollen nichts bringt- es werden Familien getrennt, es gibt unzählige Tote- von Krieg profitiert niemand.
Als die Soldaten -die das Buch brachten- das sehen, nehmen sie sie in Gefangenschaft.
Dann beginnen auch die Bombadierungen auf die Zivilbevölkerung- das Zuhause des Fotografen wird komplett ausgebombt, die Familie muss fliehen. 
Die älteste Tochter hat die Ausbildung nun vollendet und zieht als Krankenschwester auch in den Krieg.
Kurze Zeit später wird auch der Vater zur Front einberufen und so ist die Familie komplett getrennt.

Man sieht etliche Kriegsszenen, Freunde und Soldaten des Fotografen fallen, aber es gibt auch viele Momente, in denen man sieht, dass der Vater seinen Humor und seinen guten Charakter nicht verliert- auch in den Kriegszeiten und vor allem während der Arbeit macht er oft kleine Späße- die allen die Atmosphäre erleichtern.
Dann gibt es eine große Schlacht und der Fotograf beschließt, dass er das nicht mehr kann- Er flieht aus der Gruppe und trifft auf seiner Flucht auf seinen zweitältesten Sohn. 
Dessen Meinung hat sich immernoch nicht geändert und als die Gruppe des Sohnes von US-Soldaten ausfindig gemacht wurde, begeht er in der Nähe der Soldaten Selbstmord und versucht möglichst viele von den Amerikanern mitzureißen. 

In der nächsten Szene sehen wir die hochschwanger Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern, wie sie eine Krankenstation erreicht- Sie hat ihre Wehen und fragt um Hilfe. In der Krankenstation arbeitet ihre Tochter, doch der Oberarzt verweigert die Hilfe. 
Die Tochter rennt mit einem Soldaten ihrer Mutter hinterher und dort gebärt sie ihr Kind.

Danach trennen sie sich wieder und durch einen Zufall treffen sich nun der Fotograf, seine Ehefrau und seine Kinder wieder- Der Fotograf sieht sein neugeborenes Kind das erste Mal er macht ein Foto von dem Kind, ein Teil der Familie ist zusammen, alles scheint gut zu werden..

Doch dann kommen japanische Soldaten und ziehen den Vater erneut zum Krieg ein.

Dann sieht man eine lange Reihe an Menschen, die nacheinander von einer hohen Klippe ins Meer springen und lieber Selbstmord begehen, als in die Hände der US-Soldaten zu fallen- Auch die älteste Schwester ist darunter. Als sie an der Reihe ist, bricht sie zusammen und es bleibt erstmal ungeklärt, ob sie stirbt oder nicht.

Der Fotograf stößt mit seiner Gruppe während sie sich durch das Gebiet kämpfen auf einen verwundeten amerikanischen Soldaten, der unter Schmerzen am Fluss liegt. 
Der Fotograf hat den Befehl den Soldaten zuerschießen, kann das nicht und sagt, dass das nicht das ist, wofür er geboren ist. Daraufhin wird der Fotograf von seinem Kommandeur erschossen.

Die Ehefrau und die nun drei Kinder fliehen derweil immer weiter und treffen auf einem Mal auf die Ehefrau des ältesten, gestorbenen Sohnes- 

Sie ziehen zusammen weiter und finden dann mit vielen anderen Menschen in einer Höhle Schutz. 
Die wird reichlich von US-Soldaten bombadiert und während Teile der Höhle auf die Menschen stürzen stirbt auch die Ehefrau des ältesten Bruders- weil sie die jüngste Tochter schützte.

Die US-Soldaten bieten an, dass die Menschen sich ergeben sollen, aber nur die Mutter und ihre drei kleinen Kinder ergeben sich.
Sie kommen daraufhin in ein Gefangenenlager und ein paar Tage später endet der Krieg. Im Gefangenlager treffen sie die älteste Tochter (die Krankenschwester, die von der Klippe springen wollte)


http://www.youtube.com/watch?v=z-BLinLe0og

Das ist das Lied zum Film- und egal, wie warm mir eigentlich gerade ist, wenn ich den Song höre, läuft es mir kalt den Rücken hinunter.